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Prostatakrebs.

Stecken Sie den Kopf nicht in den Sand!

SpaceOAR (TM)

Als erstes Bestrahlungszentrum in Stuttgart und Umgebung bieten wir eine zusätzliche Behandlungsmethode an: Sie besteht darin, zwischen Enddarm und Prostata einen gelhaltigen Abstandshalter (SpaceOAR™-Gel) zu spritzen. Dieses hält den Enddarm aus dem Hochdosisbereich fern und hilft so, Nebenwirkungen am Enddarm zu vermeiden

(Mariados et al., Int J Radiat Oncol Biol Phys. 2015 Aug 1;92(5):971-7.;Pinkawa et al., Radiother Oncol. 2011 Sep;100(3):436-41.).

 

Das Gel wird vor Bestrahlungsbeginn einmalig durch einen darin sehr erfahrenen Urologen unseres Prostatazentrums unter Ultraschallkontrolle durch die Dammregion eingespritzt, verbleibt während der mehrwöchigen Strahlentherapie an derselben Stelle und wird danach vom Körper langsam abgebaut. (mehr Informationen über SpaceOAR finden Sie hier).

Wir beraten Sie gerne, ob diese Behandlung in Ihrem speziellen Fall sinnvoll ist und wie diese Gelbehandlung genau erfolgt.

Das Zentrum für Strahlentherapie und Humangenetik hilft Ihnen dabei, den Prostata-Krebs zu besiegen.

Bei der Therapie von Prostatakrebs-Patienten arbeiten wir eng mit den ärztlichen Kolleginnen und Kollegen des zertifizierten Prostatakrebszentrums am Diakonie-Klinikum Stuttgart sowie mit den niedergelassenen Ärzten für Urologie zusammen. In der interdisziplinären Tumorkonferenz des Prostatakrebszentrums erarbeiten die Urologen gemeinsam mit den Pathologen, den Radiologen und uns Strahlentherapeuten die besten Therapiekonzepte für Sie. Selbstverständlich gelten dabei die aktuellen internationalen und nationalen Leitlinien.

 

Bei der Diagnose eines lokal begrenzten Prostatakarzinoms (=Prostatakrebs) stehen dem betroffenen Patienten prinzipiell zwei Behandlungsmöglichkeiten zur Auswahl: Operation oder Bestrahlung.  (siehe 'Leitlinienprogramm Protatakrebs')

Bestrahlung statt OP:

genauso effektiv, aber schonender

Die Heilungschancen sind bei beiden Therapien gleich groß, aber die Strahlentherapie ist schonender und mit einem geringeren Risiko an Nebenwirkungen wie Inkontinenz und Impotenz verbunden, wie eine kürzlich veröffentlichte Langzeit-Vergleichsstudie zeigen konnte (siehe hier).

So hatten ein halbes Jahr nach einer Operation 46 % der Patienten mit Inkontinenzproblemen zu kämpfen, während dies nach einer Strahlentherapie nur 4 % waren.

Nur 12 % der operierten Patienten konnten Ihre Potenz erhalten, nach einer Strahlentherapie waren es immerhin noch 22 %.

Nebenwirkungen am Enddarm, wie bspw. Stuhl-Inkontinenzen, zeigten sich dabei nach einer Strahlentherapie nicht häufiger als nach einer Operation.

Die Strahlentherapie kann ambulant erfolgen und hat nicht die Risiken, die mit jedem operativen Eingriff verbunden sind. Allerdings erstreckt sich die Behandlung über einen längeren Zeitraum hinweg: in der Regel an fünf Tagen pro Woche für ca. sieben bis acht Wochen. Während dieser Zeit ist es wichtig, auf stark blähende und scharf gewürzte Lebensmittel zu verzichten.

Postoperative Bestrahlung

Auch nach der operativen Entfernung der Prostata muss in einigen Fällen eine zusätzliche Nachbestrahlung erfolgen, um verbliebene Tumorzellen restlos abzutöten. Und selbst das Wiederauftreten (=Rezidiv) eines Prostatakarzinoms lässt sich oftmals gut mittels Strahlentherapie behandeln.

VMAT-Technik

Wir bestrahlen alle Prostata-Patienten mit der modernen VMAT-Technik: Hierbei rotiert die Strahlenquelle ein- oder zweimal um den Patienten. Diese neueste intensitätsmodulierte Bestrahlungstechnik hilft nicht nur, die Dosis noch genauer an das Zielvolumen anzupassen und so Risikoorgane wie Blase und Enddarm noch besser schonen zu können; sie reduziert auch die gesamte Bestrahlungsdauer auf nur noch eine bis drei Minuten pro Tag.

Um Blase und Dünndarm aus dem Bestrahlungsgebiet fernzuhalten ist es erforderlich, zur Bestrahlung stets eine gut gefüllte Blase zu haben. Hierzu trinkt der Patient jeweils ab ca. einer Stunde vor seinem Bestrahlungstermin ca. 700 bis 1.000 ml. Ein Merkblatt dazu erhält jeder Patient beim ersten Gespräch in unserer Ambulanz.

 

Die optimale Blasen- und Darmfüllung sowie die korrekte Lage der Prostata im Bestrahlungsfeld kontrollieren wir regelmäßig mittels eines sog. ConeBeam-CTs direkt am Bestrahlungsgerät (IGRT: Image-guided radiotherapy – bildgeführte Strahlentherapie). Bei Bedarf kann so die Patientenpositionierung vollautomatisch millimetergenau korrigiert werden.

"Tübinger Konzept"

Um die geringe tägliche Lageänderung der Prostata aufgrund schwankender Darm- und Blasenfüllung bereits bei der Bestrahlungsplanung berücksichtigen zu können, führen wir vor Beginn der Strahlentherapie drei CT-Untersuchungen an drei aufeinanderfolgenden Tagen durch und erfassen die Konturen von Prostata, Blase und Enddarm in jedem einzelnen CT.

 

Auf dieser Basis wird dann ein Zielvolumen erstellt und die Dosisverteilung so optimiert, dass der Tumor an jedem Tag sicher getroffen werden kann (Tübinger Konzept).

FFF-Technik

Seit Anfang 2015 werden Prostata-Patienten in geeigneten Fällen auch mit der FFF-Technik (flattening filter free – ausgleichkörperfrei) bestrahlt: Hierbei entsteht noch weniger Streu- und Leckstrahlung, so dass die Strahlenbelastung außerhalb des direkt bestrahlten Körperbereichs nochmals deutlich reduziert werden kann.

 
 
 
 
 
 

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