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Moderne

Bestrahlungstechniken.

Unsere Patienten profitieren von modernen Bestrahlungstechniken.

IMRT (Intensity-Modulated RadioTherapy - intensitätsmodulierte Strahlentherapie)

Die Strahlungsintensität wird dabei aus jeder Einstrahlrichtung individuell so moduliert, dass sie sich im Zielvolumen zu einer optimalen Dosisverteilung aufsummiert. Bei der herkömmlichen IMRT-Methode werden zur Intensitätsmodulation aus jeder Einstrahlrichtung mehrere unterschiedlich große, mit einem Multi-Lamellenkollimator geformte Feldsegmente nacheinander abgestrahlt („step&shoot-IMRT“).

Vorteil für unsere Patienten: Der Hochdosisbereich kann genau an die Form des Zielvolumens angepasst werden, naheliegende Risikoorgane können deshalb besser geschont werden. Hierdurch ist eine Steigerung der Dosis im Zielvolumen ohne höhere Belastung dieser Organe möglich.

Einsatzgebiete: Step&shoot-IMRT nur noch in sehr wenigen Spezialfällen, da meist VMAT besser geeignet ist.

VMAT (Volumetric Modulated Arc Therapy - rotationsdynamische IMRT)

Das Bestrahlungsgerät rotiert während der Bestrahlung kontinuierlich um den Patienten. Dabei ändern sich gleichzeitig Rotationsgeschwindigkeit, Strahlfeldform und  Dosisleistung ständig so, dass aus jeder Richtung die optimale Strahlungsintensität eingestrahlt wird.

Vorteil für unsere Patienten: Ebenso hochkonforme Dosisanpassung an das Zielvolumen wie bei der step&shoot-IMRT, zusätzlich noch homogenere Dosisverteilung bei deutlich kürzeren Bestrahlungszeiten (nur noch 1 bis 3 min statt 8 bis 12 min).

Einsatzgebiete: Alle Bestrahlungen von Prostata-, Darm-, HNO-, Lungen-, Hirn- und gynäkologischen Tumoren, bei simultan intergierten Boosts sowie in Einzelfällen bei weiteren geeigneten Indikationen wie linksseitigem Brustkrebs oder Knochenmetastasen in der Wirbelsäule, wenn der Patient davon profitiert.

IGRT (Image-Guided RadioTherapy – Bildgeführte Strahlentherapie)

Vor einer Bestrahlungssitzung wird direkt am Bestrahlungsgerät ein sog. Conebeam-CT (Computertomogramm) aufgenommen und mit dem Planungs-CT verglichen. So kann die korrekte Positionierung des Patienten überprüft und ggf. auf 1 mm genau automatisch korrigiert werden. Zudem können Organbeweglichkeiten innerhalb des Körpers erkannt und berücksichtigt werden.

Vorteil für unsere Patienten: Deutlich höhere Zielgenauigkeit und dadurch sowohl bessere Heilungschancen als auch geringeres Risiko für Nebenwirkungen.

Einsatzgebiete: Bei allen IMRT- und VMAT-Bestrahlungstechniken sowie bei allen weiteren Indikationen, die eine hochgenaue Patientenpositionierung erfordern.

AgilityTM - Kollimator

Der momentan schnellste und hochauflösendste Großfeld-Multi-Lamellen-Kollimator weltweit verfügt über 160 Wolfram-Lamellen mit nur 5 mm effektiver Breite. Auf jeder Lamelle sitzt ein Rubin-Reflektor, welcher UV-Licht zu einer CCD-Kamera reflektiert. So wird die Position jeder Lamelle mit einer Genauigkeit von 0,1 mm ständig optisch überwacht. Die Lamellen können mit der extrem hohen Geschwindigkeit von bis zu 6,5 cm pro Sekunde unabhängig voneinander ein- und ausgefahren werden. Dabei schirmt der Kollimator die Strahlung um mehr als 99,5 % ab, stärker als jeder andere Kollimator auf dem Markt.

Vorteil für unsere Patienten: Dank hochpräziser Anpassung der Strahlung an das Zielgebiet und kleinster Duchlassstrahlung wird gesundes Gewebe noch besser geschont.

Einsatzgebiete: Überall da, wo eine hochpräzise Strahlfeldanpassung Vorteile für den Patienten bietet. (Normalerweise nicht bei Brustbestrahlungen, palliativen und gutartigen Bestrahlungen – hier kommt unser ebenfalls sehr präziser MLCi2-Kollimator zum Einsatz).

FFF (Flattening Filter Free – ausgleichskörperfreie Bestrahlung)

Bei FFF wird der Ausgleichskörper aus dem Strahlerkopf herausgefahren, der sonst bei konventionellen Bestrahlungen für eine über das gesamte Strahlenfeld ausgeglichene Dosisquerverteilung sorgt. Für IMRT ist diese nicht mehr zwingend notwendig. Durch Weglassen des Ausgleichskörpers entsteht weniger Streustrahlung. Zudem ist eine höhere Dosis pro Minute abstrahlbar.

Vorteil für unsere Patienten: Die Strahlenbelastung außerhalb des direkt bestrahlten Körperbereichs sowie das Zweittumor-Risiko wird um 30 bis 70 % reduziert. Die höhere Dosisleistung ermöglicht eine Verkürzung der Bestrahlungsdauer bei hohen Einzeldosen.

Einsatzgebiete: Kleine und mittelgroße Zielvolumen z.B. bei Stereotaxien von Hirn-, Lungen- oder Lebertumoren, bei sehr jungen Patienten sowie in Einzelfällen z.B.  bei Prostata-Patienten. 

Stereotaxie

Mittels stereotaktischer Bestrahlung lassen sich kleine Zielvolumen (z.B. Tumore in frühen Stadien) hochgenau treffen und mit hohen Einzeldosen bestrahlen. Hierzu wird z.B. der Kopf mit speziell angepassten thermoplastischen Masken millimetergenau fixiert. Ein auf den Schädel geschraubter starrer Rahmen ist dabei nicht mehr erforderlich. Stereotaxie wird immer mit IGRT, meist mit VMAT und ggf. mit FFF durchgeführt.

Vorteil für unsere Patienten: Die hochgenaue Bestrahlung kann eine schwierige Operation ersparen und ist bei inoperablen Tumoren oft die einzig mögliche Therapie.

Einsatzgebiete: Kleine (inoperable) Tumore oder Metastasen in Hirn, Lunge oder Leber, Meningeome, Akustikusneurinome und Hypophysenadenome.

SpaceOAR (TM) Hydrogel (Spacer-Gel)

Es besteht die Möglichkeit, zwischen Enddarm und Prostata ein spezielles Spacer-Gel zu spritzen. Dieses hält den Enddarm aus dem Hochdosisbereich fern und hilft so, Nebenwirkungen am Enddarm zu vermeiden. Das Gel wird einmalig vor Bestrahlungsbeginn unter Ultraschallkontrolle eingespritzt, verbleibt während der mehrwöchigen Strahlentherapie dort und wird danach vom Körper innerhalb von einigen Monaten vollständig abgebaut.

Vorteil für unsere Patienten: Zusätzliche Enddarmschonung und damit verringertes Nebenwirkungsrisiko.

Einsatzgebiete: Bei Prostata-Patienten mit besonders ungünstiger Anatomie und auf Wunsch des Patienten.

 
 
 
 
 
 
 

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